Berichte
Unsere "Presse- und Kulturwartin" Johanna Beringer (JOB) verfasst von allen Wanderungen Berichte für die Passauer Neue Presse.
Wegen der oftmals vorkommenden Kürzungen werden diese Berichte hier in Originalfassung veröffentlicht:
Verwunschene Augen im Waldmeer – Teufelssee und Schwarzensee
Steil, steinig, wurzelig; aber wildromantisch, erwanderten 52 Mitglieder des Bayerischen Wald-Vereins unter Führung von Bernhard Jander und Heinrich Nejedly im Böhmerwald die Gletscherkarseen Teufelssee und Schwarzensee. Ausgehend vom Parkplatz Spicak führte der Steig sanft ansteigend im urigen Naturschutzgebiet vorbei an Skiliftstrecken zum verträumten Teufelssee „Certovo jezero“. Rasch erklomm die Gruppe 1 mit Bernhard 180m Steigung zur Wasserscheide auf dem Sattel. Die Gruppe 2 mit Heinrich rückte gemütlicher nach. Steil bergab durch die Schneise der ehemaligen Signalwand (Eiserner Vorhang), die zum Grenzschutz diente, erreichten die Wanderer den größten See im Böhmerwald, den „Cerne jezero“; 330m hoch steil aufragend die felsige Seewand über dem dunklen Gewässer. Eine kurze Wegstrecke dem See entlang wanderten die Teilnehmer wieder zurück und gingen durch einen Mischwald vorbei am schwarzen Fels, oben am Hang die 1929 erbaute erste tschechische Pumpstation, die Wasser vom Schwarzensee durch eine Rohrleitung hinunter in das Elektrizitätswerk Eisenstrass führt. In Spicak (Spitzberg), dem bekannten Sport- und Erholungszentrum, genossen die Wanderer im Hotel „Karl“ die gute böhmische Küche.
York Krebs, Vorsitzender, dankte auf der Heimfahrt den Wanderführern für die hervorragende Tour.
Johanna Beringer – JOB –
Nationalpark Kalkalpen – Reichraminger Hintergebirge
Im größten geschlossenen, fast unbesiedelten Waldbereich der Nördlichen Kalkalpen, dem Reichraminger Hintergebirge, wanderten 35 Mitglieder des Bayerischen Wald-Vereins mit den Wanderführern Bernhard Jander und Christian Schönbauer. Zahleiche verwinkelte Schluchten und Gräben zerteilen die grüne Wildnis in ein fast unwegsames Gebirge. In diesem Traum von Einsamkeit und Romantik plante ein Großunternehmen 1981 einen Testschießplatz für Bullkanonen. Kaum hatten die Naturschützer dies vereitelt, mussten sie sich vehement gegen den Bau eines Speicherkraftwerkes wehren, der den Nationalpark Hintergebirge mit seiner einzigartigen Fauna und Flora zerstört hätte.
Ausgehend von Brunnbach führte der Höhenweg über das Rauchgrabeneck durch Blumenwiesen, lichte Buchen- und Fichtenwälder zur zerfallenen Ortbauernalm und von dort hinauf zum 1157 m hohen Hochkogel. Bergab erreichten die Wanderer die idyllisch gelegene Anlaufalm, wo ihnen die Wirtsleute Almspezialitäten aus eigener Produktion zubereiteten.
Gestärkt traten sie den Rückweg über den Hirschkogelsattel nach Brunnbach an, zur Heimfahrt mit dem zuverlässigen Fahrer der Firma Hutzler.
Johanna Beringer