Zurück

126 nik
103 nik
124 nik
127 nik
121 nik

Über die 950-jährige Geschichte des St.Nikola Klosters informierte sehr
interessant Reinhart Sitter die zahlreichen Mitglieder der Passauer Wald-
Vereins-Sektion. Die Klostergründung um 1067 war außerhalb der
Stadtmauer, die an der heutigen Nikolastraße verlief. Das war für das
damalige Domkapitular ein Ärgernis, eine Art Konkurrenz. Bischof Altmann
war der Klostergründer. Er verkündete am Stephanitag 1074 die harten
Worte von Papst Gregor VII, das Zölibat, also das Verbot der Priesterehe,
was ihm viel Ärgernis, ja sogar Morddrohungen einbrachte. Im Rahmen
des sog. Investiturstreits wird Bischof Altmann von Passau vertrieben. Aber
er wird heute als Heiliger verehrt. 1111 erfolgte eine Neugründung des
Klosters

Wir besuchten das St. Nikola-Kloster in Passau

128 nik

1111 erfolgte eine Neugründung des Klosters unter König Heinrich V. Ein Erdbeben beschädigte 1348 das Kloster schwer. 1586 wurde unterhalb des Klosters ein Salzstadl errichtet, wo Salzschiffe bereits hier ihre wertvolle Fracht abladen mußten. Damit wurde die Stadt der Einnahmen beraubt.Dagegen hatte die Stadt prozessiert. Anfang des 17 Jahrhunderts begann die Vergrößerung des Klosters in die heutigen Ausmaße. Architekten dieser Anlage waren die Italiener Antonio und Francesco Carlone. Die barocke Gestaltung des Innenraumes schuf der Baumeister Jakob Pawanger. Die Fresken in der Kirche gestaltete der erst 24-jährige Wolfgang Heindl aus Wels. Durch die Säkularisation 1804 wurde die Ordensgemeinschaft vertrieben, die Kirche wurde profaniert, die Einrichtung nach Vilshofen verkauft, die Kirche als Kaserne und Brauerei genutzt. Die Gebäude blieben bis 1945 Kaserne, deshalb hies der Platz davor bis vor einigen Jahren "kleiner Exerzierplatz". Nach 1945 wurden im vom Krieg zum Teil zerstörten Gebäude über 4000 Flüchtlinge untergebracht, die von den Deutsch-Ordens-   schwestern in vorbildlicher Weise aufopfernd verpflegt wurden. eine gewaltige Leistung in dieser damals von Not gezeichneten Zeit. Von 2012 bis 2016 hatte man den Innenraum der Kirche stilvoll renoviert.   

105 nik
130 nik
122 nik
110 nik
131 nik

Reinhart Sitter führte die Gäste auch in die Krypta, die aus der Zeit um 1100 stammen müßte. eine der ältesten frühromantischen Anlagen in Bayern. Ein Rottaler Soldat hatte sie 1867 durch Zufall wiederentdeckt. Diese Unterkirche diente zur Aufbewahrung der Totengebeine von Äbten und Chorherren. Anschließend ging es noch in die Hauskapelle (war auch mal Offiziers-Speisesaal) die mit reichem Stuck und der Madonnenfigur "Unserer lieben Frau von Nördlingen" ausgestattet ist.

132 nik
102 nik
140 nik

Kupferstich der Klosteranlage von 1687 von Wilhelm Ertl

Großer Besuch bei Kirchenführung mit Herrn Sitter

Gekonntes Deckenfresco über dem Altar (simulierte Wölbung)

3 Unschuldige sollten hingerichtet werden, Nikolaus entreißt dem Henker das Schwert und befreit die Kinder

Nikolaus wird zum Bischof geweiht, eine neue Sonne ist aufgegangen, wo er hinkommt, bringt er Licht, Freude, Hilfe und Befreiung.

Hunger: Nikolaus bittet den Kapitän 1000 Weizensäcke hierzulassen.Er tuts,fährt weiter,aber nichts fehlt am Schiff

Die wohl bekanneste Nikolaus-Legende mit den 3 goldenen Kugeln

 

Die Krypta in St. Nikola stammt aus
der Zeit des Urbaus, also um 1100. 
Sie ist vermutlich die einzige      
Einpfeiler-Kripta nördlich der Alpen.
Sie diente als Unterkirche zur
Aufbewahrung der Totengebeine 
von Chorherren und Äbten. Links:  
Die Madonna mit dem Kind.

Wanderwart Willi Antesberger dankte Herrn Sitter im Namen des Vereins für die hervorragende Führung mit den vielen historischen Informationen.
 

1978 erhielt Passau die Universität im Bereich des Nikola-      Klosters, das im Staatsbesitz ist. Somit ist nach Jahrhunderten die wechselvolle Geschichte dieses Areals wissenschaftlichen Zwecken zugeführt, und die jetzt schmucke Nikola-Kirche zum geistlichen Ruhepool für die Studenten geworden
 

Fotos: Prochaska/ Nejedly