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1111 erfolgte eine Neugründung des Klosters unter König Heinrich V. Ein Erdbeben beschädigte 1348 das Kloster schwer. 1586 wurde unterhalb des Klosters ein Salzstadl errichtet, wo die Salzschiffe bereits hier ihre wertvolle Fracht abladen mußten. Damit wurde die Stadt der Einnahmen beraubt.Dagegen hatte die Stadt prozessiert. Anfang des 17. Jahrhunderts begann die Vergrößerung des Klosters in die heutigen Ausmaße. Architekten dieser Anlage waren die Italiener Antonio und Francesco Carlone. Die barocke Gestaltung des Innenraumes schuf Baumeister Jakob Pawanger. Die Fresken in der Kirche gestaltete der erst 24-jährige Wolfgang Heindl aus Wels. Durch die Säkularisation 1804 wurde die Ordensgemeinschaft vertrieben, die Kirche wurde profaniert, die Einrichtung nach Vilshofen verkauft, die Kirche als Kaserne und Brauerei genutzt. Die Gebäude blieben bis 1945 Kaserne, deshalb hies der Platz davor bis vor einigen Jahren "Kleiner Exerzierplatz". Nach 1945 wurden im zum Teil vom Krieg zerstörtem Gebäude über 4.000 Flüchtlinge untergebracht, die von den Deutsch-Ordensschwestern in vorbildlicher Weise aufopfernd verpflegt wurden. Eine gewaltige Leistung in dieser damals von Not und Armut gezeichneten Zeit. Von 2012 bis 2016 hatte man den Innenraum der Kirche stilvoll renoviert.

Über die 950-jährige Geschichte des St. Nikola-Klosters informierte sehr interessant Reinhart Sitter die zahlreichen Mitgliedern der Passauer Wald-Vereins-Sektion. Die Klostergründung um 1067 war außerhalb der Stadtmauer, die an der heutigen Nikolastraße verlief. Das war für das damalige Domkapitel ein Ärgernis, eine Art Konkurrenz. Bischof Altmann war der Klostergründer. Er verkündete am Stephanitag 1074 die harten Worte von Papst Gregor VII: das Zölibat, also das Verbot der Priesterehe, was ihm viel Ärgernis, ja sogar Morddrohungen einbrachte. Im Rahmen des sog. Investiturstreits wird Bischof Altmann von Passau vertrieben. Aber er wird heute als Heiliger verehrt. 1111 erfolgte eine Neugründung des Klosters unter König Heinrich V.

Wir besuchten das Nikola-Kloster in Passau

Reinhart Sitter führte die Gäste auch in die Krypta, die aus der Zeit um 1100 stammen müßte. Eine der ältesten frühromanischen Anlagen in Bayern. Ein Rottaler Soldat hatte sie 1867 durch Zufall wiederentdeckt. Diese Unterkirche diente zur Aufbewahrung der Totengebeine von Äbten und Chorherren. Anschließend ging es noch in die Hauskapelle (war auch mal Offziers-Speisesaal), die mit reichen Stuck und der Madonnenfigur "Unserer lieben Frau von Nördlingen" ausgestattet ist. 

1978 erhielt Passau die Universität im Bereich des Nikola-Klosters, das im Staatsbesitz ist. Somit ist nach Jahrhunderten die wechselvolle Geschichte dieses Areals wissenschaftlichen Zwecken zugeführt und die jetzt schmucke Nikola-Kirche zum geistlichen Ruhepool für die Studenten geworden. 

Wanderwart Willi Anetsberger dankte Herrn Sitter in Namen des Vereins für die hervorragende Führung und die vielen historischen Informationen. 

Reinhart Sitter ist ein guter Experte für die Stadthistorie

Kupferstich der Klosteranlage von 1687 von Wilhelm Ertl

Der heilige Nikolaus war ein lieber Wohltäter für Kinder

Großer Besuch bei Kirchenführung mit Herrn Sitter

Gekonntes Deckenfresko über den Altar (simulierte Wölbung)

3 Unschuldige sollten hingerichtet werden, Nikolaus entreißt dem Henker das Schwert und befreit die Kinder

Hunger: Nikolaus bittet den Kapitän 1000 Weizensäcke hierzulassen.Er tuts, fährt weiter,aber nichts fehlt am Schiff

Die wohl bekannteste Nikolaus-Legende mit den drei goldenen Kugeln

Die Krypta in St. Nikola, stammt aus der Zeit des Urbaus, also um 1100. Sie ist vermutlich die einzige Einpfeiler-  krypta nördlich der Alpen. Sie diente als Unterkirche zur Aufbewahrung von Totengebeinen von Chorherren und Äbten. Links: Die Madonna mit dem Kind

Nikolaus wird zum Bischof geweiht. Eine neue Sonne ist aufgegangen. Wo er hinkommt, bringt er Licht, Freude, Hilfe und Befreiung

(Fotos: Nejedly/ Prochaska)